23. September 2016

Facebook

Es tut mir leid. So war es nicht gedacht. Die Idee war, dass ich nach zehn stolzen Jahren voller Desinteresse an facebook, meine Mayalade doch anmelde, damit, wie man in Wien sagt "was weitergeht". Dafür braucht man ja erstmal einen privaten account. Ich habe also auf einen Streich gleich 2 facebook Seiten zu unterhalten. Ich! Aber ich habe schnell gelernt und Kontakte gesammelt - immer mit der Idee, die Mayalade bekannter zu machen, aber es ist natürlich genau das Gegenteil passiert. Ich habe gar keine Zeit mehr für den Blog, das schnelle Klicken und weiter, hat mich viel zu passiv zum schreiben und überlegen gemacht und die Blase hat mich schon gefangen...

Meine Gedanken von K. Tornquist gezeichnet

Erstmal bleibt das wohl so. Wer trotzdem an meiner "Beute" aus dem riesigen Meer der Gestaltung interessiert ist, ist allerherzlichst eingeladen, meine fb seite "Mayalade" zu verfolgen und zu liken. Natürlich.




Das habe ich schnell gelernt, nur was persönlich wirkt - wird gemocht auf fb.



5. April 2016

Mächtigste Frau der Welt: so sieht das aus.



"Kohl's Mädchen". Kolossal, wie die sich alle geirrt haben.
1991, noch ohne Raute, von Herlinde Koelbl fotografiert. Richtig lieb. Damals.


9. März 2016

Farbkrawall

Wenn man sich mit Farben gar nicht beschäftigen will, nimmt man die Primärfarben Cyan, Magenta und Gelb. Das erfordert eine hohe Farbtoleranz, was oft von Männern und Architekten, was meistens identisch ist, in Anspruch genommen wird.

Tisch und Foto © Konstantin Landuris


Auch in den Räumen der Agentur Candyfornia, im Herzen der libanesischen Hauptstadt, kommen die Farben der CMYK-Palette nicht zu kurz. Markenfarbe der Agentur ist Pantone 806-C, ein grelles Pink mit 100 Prozent Magenta-Anteil. Farbkrawall.



 

Marmor

Zitat aus dem aktuellen Designline Newsletter:
"Die Labels 45 Kilo und My Kilos gehören zum interessantesten, was deutsches Design zurzeit zu bieten hat. Ihre Produkte scheinen wie selbstverständlich auf diese Welt und in diese Zeit zu gehören" Ob das zutreffend oder überhaupt ein Kompliment ist, bleibt jedem überlassen. Eine Inspirationsquelle jedenfalls wird folgendermaßen angegeben:

"Meine Freundin hat mir eines Tages gesagt 'Mach doch mal einen Eierbecher aus Marmor'. Und schwupp - ein neues Produkt. Ich muss da an einen Fliesenleger denken, der zu meinem Mann siegessicher sagte:
"Also wenn ihre Frau ein Marmorbad haben will, kann se haben!" Ich wollte nicht.



8. März 2016

Tausendschönchen - kein Märchen (Sedmikrasky)

Weltfrauentag. Aus aktuellen Anlass eine Erinnerung an diesen experimentellen, lustigen Film der tschechischen Regisseurin Věra Chytilová, die in einer Doku wie Yoko Ono aussieht. Before Punk, before Riot Gurlz, there were Tausendschönchen. 
Der Film wurde 1966 gedreht und ist ein Hauptwerk der Tschechischen Neuen Welle und wurde nach Zerschlagung des Prager Frühlings verboten. Als ich 19 war, konnte ich ihn im Kino sehen, wir (Mädchen) waren alle ganz verrückt nach ihm. Das Filmplakat hing lange in unserer WG Küche, wo ist das eigentlich jetzt?




In lose verbundenen, collagenhaften Szenen erzählt der Film von den beiden weiblichen Hauptfiguren Marie 1 und Marie 2. Die anarchistischen Mädchen richten nicht nur ihre Umwelt auf eine höchst unterhaltsame Weise zugrunde, sondern am Ende auch sich selbst.
Frauen, die machen was sie wollen, vorallem moralisch sinnloses, gehören natürlich verboten.

7. März 2016

Paris: Markus Schinwald

Ein guter Grund, um nach Paris zu fahren ist eigentlich unnötig, denn Paris ist ja der gute Grund. Aber diese Ausstellung lockt zusätzlich:
Markus Schinwald's erste Solo Ausstellung im Marais in der Galerie Thaddaeus Ropac von 12. März - 9. April. Neue, großformatige Bilder wie dieses:


Ich habe ihn einmal bei einem Abendessen kennengelernt, als er noch Student war. Er war sehr höflich, zurückhaltend, gebildet. Er kann sich vielleicht nicht mehr an mich erinnern und ich mag seine Arbeiten auch nicht wegen dem kurzen, persönlichen Kontakt. Vielleicht hätte ich den Namen auch wieder vergessen, wenn nicht der Gastgeber, ein begabter Angeber, immer geprahlt hätte mit dieser Bekanntschaft (sie haben auch zusammengearbeitet). So habe ich den Namen nicht vergessen und seine Arbeit verfolgt. Das war keine schlechte Entscheidung.

In 2007, Markus Schinwald exhibited at Tate Modern in London as part of the group exhibition The World as a Stage. In 2008, he had a solo exhibition at the Migros Museum in Zurich. Three years later, he represented Austria at the 54th Venice Biennale, a turning point in his career. In 2013, he had a solo exhibition at the CAPC in Bordeaux and at the Palais de Tokyo in Paris. Last year, he had a solo exhibition at the M — Museum Leuven as well as at the Magasin III in Stockholm.

25. Februar 2016

Fotografie: A Hong Kong Memoir

Ho Fan, ein Teenager aus Shanghai hat das Hong Kong der 1950er Jahre aufgenommen. 
Ich habe diese drei Fotos aus dem Buch "A Hong Kong Memoir" ausgewähl, weil sie so unglaublich zeitlos und elegant sind. Obwohl es spontane Strassenfotografie ist, sind sie komponiert wie Studiobilder. Eines erinnert an deutsche, expressionistische Filmsets, die der junge Fotograf sicher nicht kannte. Die restlichen, natürlich auch sehenswerten Bilder, sind dokumentarischer und zeigen das Alltagsleben in dieser Zeit.





23. Februar 2016

Wie kann man solche Werbung machen?

Es war sicher nicht Absicht, aber diese Anzeige für Kreuzfahrten ist in Platzierung, Sujet und Text der blanke, zynische Hohn (in der Tageszeitung "Die Presse"):
"Die grosse Freiheit: Ihren Kindern gehört die Welt. Und Ihnen alle Zeit."  
Wer denkt sich sowas aus?
Und auch wennn nicht direkt daneben das Flüchtlingselend dokumentiert wäre, ist es sehr unsensibel ein Motiv mit Schlauchboot, Strand, Kindern zu verwenden. Das weiß man doch jetzt.



7. Februar 2016

Inspiration Carmouflage Fotos

Diese Bilder von Kevin Corrado sind toll. Sieht ganz leicht aus.





Dazu passt auch dieses schöne Bild einer Fotografin, von der ich leider den Namen nicht habe und auch nicht weiß, wo ich den suchen kann. Suchbegriff Frau am Strand/Meer hilft gar nicht. Das Bild hat jemand ohne credit in fb gepostet.






6. Februar 2016

INTRODUCING ROSE QUARTZ & SERENITY (Farben des Jahres 2016)

Die tiefsinnige Begründung des Pantone Institurs für die "Lenor Kombi" hier:


 Ich mache das nicht mit, rosa und hellblau, also wirklich! Wohl schwanger gewesen...

Gondel im Nebel

Kaum Schnee und Sonne in diesem Winterurlaub, trotzdem wunderschön!



Die 60-jährige Seilbahn auf das Zwölferhorn im Salzkammergut benutzt noch die originalen Gondeln, die wie kleine Telefonzellen oder große Briefkästen aussehen. Entzückend. Bitte nicht modernisieren.

28. Januar 2016

Maison & Objet 2016: Best of Tableware und Accessoires

Das meiste von den vorgestellten Objets in Paris ist wieder sehr "das-kenne-ich-schon". 
Auch wenn schöne Dinge dabei sind, gehören sie dann nicht in meine Best of Liste 2016. Die ist bisher überschaubar:


Japan trifft 50er Jahre: Dekor Ramo von Arzberg

Hedwig Bollhagen's neue Kollektion "Ritz" (von oben)

Geschirrschrank "Lyyli Box Series"

Gio Ponti Collection von Abimi

Tom Dixons  Leuchte in tiefgrün und sprechenden Namen "Glass light" ist zu schön, obwohl von 2011.

Nic-Nac Ordnungssystem von Norman Copenhagen

Ich sage, diese Dinge werden sich verkaufen. Vielleicht mache ich noch eine Worst of Liste, die ist dann umfangreicher.

26. Januar 2016

Konsequenz in der Restaurant Gestaltung

Das ist ein globaler Trend der Wandgestaltung: Konsequenz.
Ein Motiv, Thema oder Gegenstand wird in Serie, Reihung, Häufung an die Wand collagiert. Es wirkt ungeheuer dekorativ, wenn es sehr viele, sehr große oder sehr ungewöhnlich Dinge an der Wand sind (muss aber zum Essen passen).
Drei bessere Beispiele hier:

Italien

Ukraine

Shanghai

Das läßt sich gut weiterspinnen: 
Geweihe für ein Gasthaus mit Hausmannskost, Hummerkrabben und Muscheln für ein Lokal mit Meeresfrüchten, Säbel für eine Champagnerbar, Topfdeckel für Suppenküchen und für eine Pizzeria vielleicht grafisch angeordnete Pizzakartons?

21. Januar 2016

Inspiration: Sleeping Beauty

Gutes Production Design ist entweder subtil, den Inhalt unterstützend oder ein opulentes Fest für die Augen.
Das australische Drama "Sleeping Beauty" (2011) von Julia Leigh gehört zum Letzteren. Annie Beauchamp hat dafür prachtvolle, betörend schöne, altmeisterliche Szenenbilder entworfen, die mir ein großes Vorbild sind. 
Leider kann ich das selten, eigentlich nie, umsetzen. In der Werbefilmerei ist Grandezza nicht gefragt und die Interior Projekte liegen bei mir eher im minimalistischen Bereich. Aber mich inspiriert dieser Film in seiner Schwelgerei, die nicht kitschig oder überdekoriert ist, sondern eine formale Strenge behält.



Die Geschichte ist eine sehr freie Bearbeitung des Dornröschen Stoffes und war nicht unumstritten: Die Studentin Lucy (Emily Browning) überläßt aus Lebensüberdruß und innerer Lähmung ihren Körper, betäubt von Drogen, den sexuellen Fantasien zahlender, betuchter Männer. Nach und nach treibt sie die Neugierde um, was in diesen Nächten mit ihr geschieht. Als sie in einem heimlichen Kameramitschnitt sieht, dass ein Kunde sich neben ihr mit Schlaftabletten umgebracht hat, "erwacht" sie aus einer symbolisch aufgeladenen Ohnmacht und ist sich ihrer selbst wieder bewußt. 
Aber mir geht es um die Bilder.






Das mag ich besonders: durch das Weglassen des Bettlakens und dem spiessigen Muster der Matratze wird die unverbindliche, schnelle, seelenlose Verbindung der Beiden verdeutlicht.

20. Januar 2016

Bowie inside

Ein Schnappschuß, der jetzt passt und einen kleinen Trost bietet, denn egal wie groß das Chaos der abgelegten Dinge ist: David Bowie is inside.



19. Januar 2016

Frau Merkel ist nicht allein

Die niederösterreichische Versicherung schafft das auch! Sogar mitten in den Bergen.
Der Slogan ist ja erst jetzt relevant geworden, bisher war das schlechtes Gewerkschaftersprech. 

 

17. Januar 2016

Design Trends 2016: URBAN JUNGLE

Ich kaufe beruflich oft Stücke der H&M Home Kollektion, weil sie günstig und den Kunden meist unbekannt sind, die sehen "nicht von Ikea" und sind zufrieden. Die neue Spring Kollektion ist aber so gut und hat den aktuellen Dschungel-Blätter Trend so rasch adaptiert, dass ich diesmal auch privat zuschlagen werde. Da wächst eine ernsthafte Konkurrenz nicht nur für die anderen Schweden heran.





Der urbane Dschungel ist schon Mitte 2015 aufgetaucht, startet aber 2016 richtig durch.
Ich möchte für ein aktuelles Projekt Blätter-Tapeten wie diese verwenden:



Stilvolle an die 60er Jahre erinnernder Retro-Look Tapete "Limba" von casamance.
Oder diese etwas wildere von AS Creation:




Bisher konnte ich meinen Auftraggeber noch nicht überzeugen, vielleicht mit dem Cafe Odette in Warschau, das hat genau die Zutaten, die ich auch möchte:




Vielleicht servieren sie auch die passenden Cakes dazu? 





12. Januar 2016

Restaurant "Salonplafond"

Das Licht ist gut. Sowohl die Lichtstimmung als auch die Leuchten. 
Endlich Kalmar. Leuchten dieser traditionsreichen Wiener Firma, gegründet 1880, sieht man in Wien privat oder öffentlich so gut wie nie. Ich selbst kann sie mir nicht leisten, aber auch alle meine Auftraggeber haben bisher abgewunken. Hier hat der Kunde, Tim Mälzer persönlich die Leuchten ausgesucht. Der Architekt wollte andere. 
Überhaupt hatte es der Architekt schwer, er hat mir zu Beginn der Umbauarbeiten geschrieben, dass viele Entscheidungsträger mitreden (wie meistens) und, dass es schwer sei die gewünschte Funktionalität mit der Pracht des Raumes zu verbinden. Nun ja. Sooo schwer auch nicht, denn das hatte im ersten MAK Restaurant Herman Czech perfekt umgesetzt (s.auch hier).

Konzept Speisesaal: hell, elegant, luftig.

Danach sah es so aus:


Konzept Remmidemmi: bunt, zackig, kühl


Es konnte nicht schlimmer werden. Ist es auch nicht. Vieles ist gut, besser sowieso. 
Die Wandfarbe, die Akustik (das war der große Störfaktor in der Czech Eleganz), Möblierung und eben das Licht. Doch wieso die Abtrennung des herrlichen Raumes mit einer großen Küchenkredenz, die man ahnt es, Zuhause Gefühl erzeugen soll? 
Erzeugt sie aber nicht, eher Kulissencharme oder Themenraststättenambiente. 
Dazu passen "originelle" Requisiten wie alte Schreibmaschinen und Pinnwände, die von den Gästen benutzt werden sollen. 
Hipsterdeko-Albernheiten in einem Saal, der der Renaissance huldigt. Uncool.
Das passt zur Speisekarte, die unsensibel norddeutsch formuliert ist ("frisch gequetschter Orangensaft"). Gab's da keinen Berater? Wiener und Wien Touristen wollen Wiener Deutsch. Belehrungen der Sprache sind überaus heikel in Wien, speziell beim Essen und speziell von Deutschen. Prompt regen sich alle Kritiker darüber auf. Das trübt die Lust auf das Essen. Unnötig.
Zum Essen kann ich nichts sagen, weil um 18 Uhr kann man nur belegte Brote, Buffetsalate und Kuchen essen. Ich hatte ein Brot (viel Brot-wenig Belag). Unbefriedigend.


Konzept Wohnzimmer: heimelig, dunkel, eng

Die Lampen sehen eigentlich so aus:


Ahh

Etwas noch zur Schwierigkeit funktionale Ansprüche mit denkmalgeschützter Umgebung zu vereinen: Richtig schief gegangen ist das bei dem Weinkühler, der natürlich kühlen und dem Kunden seine Vorräte vitrinengleich zeigen muss. Aber muss er auch in wechselnden, bunten LED Licht erstrahlen? So Spielautomatenmäßig. 
Warten wir auf den Sommer, dann kann man in dem tollen, vergrößerten Gastgarten sitzen!

gibt auch rotes und blaues Licht



10. Januar 2016

Fundstück: DJ Electrine

Was ist das für ein Name: Electrine? Künstlername der Malerin? 
Heutzutage wäre das ein guter DJ Name!




Und so niedlich sah ihre Nichte aus, damals.



8. Januar 2016

Kunst: glückliche Schweine

Ein inzwischen seltenes Motiv in der Malerei: glückliche Schweine.
Diese glücklichen Viecher malte 1881 Hans Thoma. Agraridylle.
Eigentlich geht es um den Hirten, das Bild heißt "Der verlorene Sohn (Der Schweinehirt)", aber wie sooft sind die Nebendarsteller besser als die Hauptfigur.






Dazu passt, dass ich zu Weihnachten die unterhaltende, kulturhistorische Abhandlung über Schweine von Thomas Macho geschenkt bekam. Dieses Bild, das im Münchener Lenbachhaus hängt, kommt darin nicht vor. Aber unglaubliche Fotos eines japanischen Schweinehirten, der mit seinen Tieren liest, ißt, faulenzt- lebt. Obwohl auch er die Tiere nur hält, um sie zu töten, ist er voller selbstverständlicher Zuneigung. Er zeigt, wie Tierhaltung auch gehen kann, allerdings möchte ich nicht wissen, wie der Mann riecht...
Churchill soll gesagt haben, er möge Katzen nicht, weil sie auf einen herabschauen, Hunde nicht, weil sie zu einem aufschauen, aber Schweine mag er, weil sie einen auf Augenhöhe ansehen. Leider beruht das nicht auf Gegenseitigkeit.